verwandte Berufe

Der Seitenweg

 

Empfehlung

Wir empfehlen diesen Weg Menschen, die bereits eine umfassende Vorbildung aufgrund einer Berufsausbildung im sozialen bzw. pädagogischen Bereich, ihrer beruflichen Praxis sowie von Fortbildungen haben und umfangreiche pädagogische Erfahrungen und Fachkenntnisse besitzen. Ansonsten empfehlen wir vorzugsweise die berufbegleitende Ausbildung, die in kürzerer Zeit zu einer vollwertigen Anerkennung als ErzieherIn führt.

 

Zulassungsvoraussetzungen

Anerkennungsfähige Personen sind unter anderem AbsolventInnen folgender Ausbildungs- bzw. Studiengänge:

  • Magister/Magistra mit dem Hauptfach Erziehungswissenschaften
  • Bachelor Artium mit dem Hauptfach Erziehungswissenschaften
  • Grundschulpädagog*innen mit zweitem Staatsexamen
  • Psycholog*innen (Diplom, B.A.)
  • Heilerziehungspfleger*innen ohne Zertifikatskurs
  • Familienpfleger*innen ohne Zertifikatskurs
  • Kinderpfleger*innen (mit fünfjähriger Berufserfahrung als Kinderpfleger*in)
  • Sport-, Kunst-, Musikpädagog*innen mit relevantem pädagogischen Anteil
  • Fachkräfte Sprache und Integration aus dem Bundesprogramm „Sprach Kitas“, bzw. dem Vorgängerprogramm „Frühe Chancen“
  • Gemeindepädagog*innen
  • Personen, die sich im Gleichstellungsprozess mit ihrem ausländischen pädagogischen Berufsabschluss befinden und mindestens deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen nachweisen können
  • Kinderkrankenschwestern
  • Ergotherapeut*innen
  • Logopäd*innen

Diese Aufzählung ist nicht abschließend. Anträge auf Anerkennung, die sich auf andere fachspezifische Berufe beziehen, können ebenfalls geprüft werden.
Grundsätzlich werden bei diesen Personen mindestens ein mittlerer Schulabschluss, eine abgeschlossene pädagogische Fachschulausbildung sowie eine mindestens sechsmonatige einschlägige Berufspraxis vorausgesetzt. Bei Personen nichtdeutscher Herkunftssprache sollen grundsätzlich deutsche Sprachkenntnisse auf C1-Niveau nachgewiesen werden.

 

Umfang der Qualifizierung

Quereinsteiger*innen aus verwandten Berufen müssen innerhalb von vier Jahren im Rahmen von 300 Fortbildungsstunden sozialpädagogische und kitaspezifische Grundlagenkenntnisse erwerben und nachweisen. Dazu hat die Kita-Aufsicht neun Schwerpunktbereiche formuliert, eine Fortbildungsplanung kann der Träger individuell mit den Beschäftigten entsprechend der Eingangsvoraussetzungen vereinbaren.
Bei Quereinsteiger*innen aus den Gesundheitsberufen Kinderkrankenschwester, Ergotherapeutin und Logopädin beträgt der Umfang der Fortbildungen 400h.
Weniger Fortbildungsstunden müssen Erziehungswissenschaftler*innen im Hauptfach absolvieren (200h – bei Schwerpunkt auf Frühpädagogik 80h). Heilerziehungspfleger*innen müssen nur eine „Zusatzqualifikation zum Nachweis der erforderlichen pädagogischen Fachkenntnisse“ absolvieren.
Bereits vorliegende Abschlüsse und Fortbildungen können die Qualifizierungsauflagen im Einzelfall mindern.

 

Qualifizierungszeit

In der Regel 4 Jahre ab Aufnahme der durchgängigen Beschäftigung bei einem Träger bzw. in einer Kita. Für Menschen mit einem pädagogischen Hochschulabschluss und Heilerziehungspfleger*innen geht es auch schneller.

 

Qualifizierungsorte und Kosten

Wo die Fortbildungen stattfinden und wer die Kosten dafür trägt, müssen die Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren.

 

Anerkennung als Fachkraft

Die Anrechnung auf den Fachpersonalschlüssel wird unter der Bedingung der Teilnahme an den Fortbildungen genehmigt. Nach Absolvierung aller Fortbildungen und dreijähriger Tätigkeit (bzw. 18 Monaten bei pädag. Hochschulabschluss und ggf. noch schneller für Erziehungswissenschaftler*innen und Heilerziehungspfleger*innen) in einer Kita unter Anrechnung auf den Fachpersonalschlüssel können diese Beschäftigten wie sozialpädagogische Fachkräfte behandelt und dann auch bei anderen Trägern oder in anderen Einrichtungen als anerkannte Fachkräfte beschäftigt werden. Für diese Statusanerkennung ist ein Antrag bei der Kitaaufsicht zu stellen.
Die Anerkennung als sozialpädagogische Fachkraft erstreckt sich allerdings nur auf den Einsatz in Berliner Kindertagesstätten und ist nicht gleichzusetzen mit einer staatlichen Anerkennung als Erzieher/in (die ein weitergehendes und über Berlin hinausreichendes Tätigkeitsfeld erschließt).

 

Auskunft im Vorfeld

Quereinsteiger aus verwandten Berufsgruppen müssen zunächst bei der Kitaaufsicht die Anerkennung als Quereinsteiger beantragen. Dies kann schriftlich oder im Rahmen der angebotenen Sprechzeiten (siehe Ansprechpartner) geschehen. Der daraus folgende Bescheid enthält auch die Fortbildungsauflagen.
Mit diesem Bescheid können die Quereinsteiger eine Tätigkeit in einer Kita aufnehmen. Der Kitaträger muss dabei die einrichtungsbezogene Quereinsteigerquote beachten.