Häufige Fragen

In den vergangenen Jahren haben uns viele Fragen rund um den Einstieg in den Erzieherberuf – manche sind sehr speziell, andere wiederholen sich häufig. Für letztere geben wir hier allgemeine Antworten auf häufige Fragen. (Bitte beachten Sie auch die Fragen-Antworten-Sammlung unter www.berlin.de/sen/jugend/fachkraefte/quereinstieg-erzieherberuf/)

 

Die Fragen

 

Schritte für berufsbegleitende Ausbildung

Ich möchte die berufsbegleitende Ausbildung machen! Welche Schritte muss ich gehen?

Die berufsbegleitende Ausbildung (= Teilzeitausbildung) ist der beliebteste Weg für Quereinsteiger in Berlin. Viele Fachschulen bieten Ausbildungsgänge für die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung an. Die Basis für diese Ausbildung bildet eine Teilzeitstelle mit mind. 19,5h/Woche im sozialen Bereich / Sozial- und Erziehungsdienst (also alles von Kita über Hort, erzieherische Hilfen bis hin zu betreuten Wohnformen für junge Erwachsene). Im Kita- und Hortbereich dürfen Menschen in der berufsbegleitenden Ausbildung mit dem Tag des Ausbildungsbeginns wie ErzieherInnen eingesetzt werden. Diese Regelung ermöglicht es überhaupt erst, dass man eine bezahlte Stelle bekommen kann. Die wenigsten Kitas können sich mehr Personal leisten, als über die Finanzierung durch das Land Berlin finanziert werden – das muss man wissen, um zu verstehen, warum es viele Kitas gibt, die Dich/Euch vielleicht ganz toll finden und trotzdem nicht einstellen können.
Um die berufsbegleitende Ausbildung machen zu können brauchst Du also sowohl einen Platz an der Fachschule als auch eine Teilzeitstelle (= Praxisstelle) als ErzieherIn.
Die wichtigste Aufgabe besteht nun darin, eine Einrichtung zu finden, in der man sozialversicherungspflichtig angestellt wird. Durch die Anerkennung auf den Personalschlüssel in Kitas ist es möglich, sich dort auf jede Stelle, die für eine/n staatlich anerkannte/n Erzieher/in ausgeschrieben ist, zu bewerben (Links für die allgemeine Stellensuche). Diese Stelle muss den bereits genannten Mindestumfang von 19,5 Std/Woche haben. Eher selten werden gesonderte Stellen für berufsbegleitende Auszubildende ausgeschrieben (Stellenbörse für Quereinsteiger). Für Kitas kann die Anstellung eines berufsbegleitenden Auszubildenden aber durchaus attraktiv sein, gerade dann, wenn die Person Erfahrungen mitbringt oder über besondere Fähigkeiten verfügt, die die Arbeit mit Kindern bereichert, z.B. Musikinstrument, künstlerische Fähigkeiten, die beste Vorlesestimme der Welt…
Viele Einrichtungen haben aufgrund der großen Beliebtheit der berufsbegleitenden Ausbildung ihre Möglichkeiten ausgeschöpft und können keinen weiteren Praxisstellen für die berufsbegleitende Ausbildung anbieten – denn es gibt hier eine einrichtungsbezogene Quote. Daher gilt es, Praxisstellen zu finden, wo noch niemand in der berufsbegleitenden Ausbildung ist und diese davon zu überzeugen, dass du für den Job geeignet bist. Dafür könnte zum Beispiel ein Praktikum in der Einrichtung sinnvoll sein, wo du auch selbst schauen kannst, ob du dich in der Einrichtung wohlfühlst.
Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz an der Fachschule ist vor allem der Ausbildungsbeginn zu beachten. In der Regel beginnt die Ausbildung an der Fachschule einmal im Jahr (Anfang August). Einige Fachschulen bieten auch im Februar beginnende Ausbildungen an und bei einigen Fachschulen beginnen zweimal im Jahr die Kurse (jeweils im Februar und im August).

 

Stelle und Schulplatz finden

Wie finde ich am besten eine Stelle und eine Fachschule gleichzeitig, wenn ich die berufsbegleitende Ausbildung machen möchte? Ich höre immer, die Praxisstelle kann mir nicht zusagen, wenn ich keinen Schulplatz habe und umgekehrt!

Wenn man sich für die berufsbegleitende Ausbildung entschieden hat, sollte man unbedingt zuerst mit der Suche nach einer Stelle beginnen. Ohne eine schriftliche Zusage des Trägers als zukünftiger Arbeitgeber ist es nicht möglich, sich an den Fachschulen zu bewerben bzw. wird nur als Interessent geführt!
Bei der Suche nach einer Stelle sollte man aber nicht den Beginn der Ausbildung (Anfang August/Februar) an den Fachschulen (und eventuell die Bewerbungsfristen) aus dem Blick verlieren. Da die berufsbegleitende Ausbildung sich in Berlin sehr großer Beliebtheit erfreut, werden trotz Ausbaus der Ausbildungsplätze die Ausbildungsplätze an manchen Schulen knapp. Es lohnt sich dann bei der Schulwahl flexibel zu sein. Durch die Abschaffung des Schulgeldes an freien Fachschulen für die Erzieherausbildung dürfte die finanzielle Belastung kein Entscheidungskriterium mehr sein.
Es kommt vor, dass ein Kitaträger eine Teilzeitstelle auch jenseits des Schulbeginns im Februar und September besetzen muss. Das ist durchaus möglich, denn ein Mensch, der die Zusage für den Schulplatz in der Tasche hat kann mehrere Monate (meist bis zu sechs Monate) vor Beginn der Teilzeitausbildung bereits in der Kita auf den Personalschlüssel angerechnet werden. Das ist für Kitas manchmal wirklich interessant und auch für den Quereinsteiger kann das ein gutes Modell sein, denn man lernt die Abläufe der neuen Tätigkeit kennen ohne gleichzeitig schon dem Schulstress unterworfen zu sein

 

Kitas erreichen

Wie erreiche ich Kitas am besten? Soll ich anrufen, eine Bewerbung schicken oder persönlich vorbeigehen?

Es gibt nicht den Königsweg. Gerade in kleinen Einrichtungen sitzt allerdings meist niemand am Telefon und wartet auf Anrufe (in größeren auch nicht). Anrufe lohnen sich also nur, wenn man gern bei einem größeren Träger arbeiten möchte, der eine Geschäftsstelle hat, bei der alles zusammen läuft. Diese kann man dann auch schon mal anrufen, um zu erfahren, ob überhaupt Bedarf und Interesse besteht.
Einfach vorbei zu gehen erzeugt oft eher Stress als Aufgeschlossenheit. Kitas haben meist einen strukturierten Tagesablauf, der nicht viel Zeit für *Dingdong – ich hätte da mal eine Frage* lässt. Deshalb nur dann persönlich vorbei gehen, wenn dies verabredet und erwünscht ist!
Am besten ist also immer noch: Anzeigenmärkte durchforsten und gezielt bewerben. Vielen Einrichtungen ist es wichtig, dass sie erkennen, warum du dich für diese Einrichtung interessiert (Blankoformulierungen sind also eher kontraproduktiv). Und am allerbesten: Mund-zu-Mund-Propaganda. ErzieherInnen, die durch ihren Bekanntenkreis hören, dass da ein ganz toller, engagierter Mensch unterwegs ist und eine Stelle sucht, sind sehr aufgeschlossene „ArbeitsvermittlerInnen“.

Verdienst in der berufsbegleitenden Ausbildung

Wie viel Geld verdient man in der berufsbegleitenden Ausbildung?

Die Bezahlung erfolgt in der Regel niedriger als die der voll ausgebildeten Erzieher/innen. Letztlich entscheidet der Kitaträger selbst (wenn es sich nicht um einen Eigenbetrieb des Landes Berlin handlt), wie er die Bezahlung eines Quereinsteigers vornimmt und dies wird u.U. auch ein wenig davon abhängen, welche Vorerfahrungen mitgebracht werden und wie hoch der Aufwand für die Begleitung des Quereinsteigers ist. Manche Träger orientieren sich am TV-L Berlin, andere haben eigene Tarifverträge oder verhandeln völlig frei. Es gibt also keine allgemein gültige Festlegung, was ein Mensch in berufsbegleitender Ausbildung verdienen muss.
Zur Orientierung aber hier die Zahlen nach TV-L Berlin (Stand Dezbember 2016): Menschen in der berufsbegleitenden Ausbildung zählen hier als „Angestellte in der Tätigkeit einer Erzieherin“ und werden in der Entgeltgruppe 5 eingestuft. Hier bekommt man im ersten Jahr für eine volle Stelle 2.131,44 € und im zweiten und dritten Jahr 2.349,15 (alle Zahlen Arbeitnehmerbrutto und für 39h/Woche – Teilzeitstellen errechnen sich proportional, auf einer 19,5h-Stelle bekäme man also im ersten Jahr 1.065,72 € brutto).

 

Vorgehen bei Quereinstieg aus verwandten Berufsgruppen

Kann ich bereits im Vorfeld in Erfahrung bringen, ob für mich der Weg des Quereinstiegs aus verwandten Berufsgruppen möglich ist?

Wenn du über einen der anerkannt verwandten Berufsabschlüsse verfügst (Liste hier), kannst Du bei der Kitaaufsicht einen Antrag auf den Quereinstieg stellen. Dein Abschluss wird dann abgeglichen und Du erhältst ein Schreiben, dass den Träger berechtigt Dich als Fachkraft zu beschäftigen. Mit diesem Schreiben kannst Du Dich bei allen Kitas in Berlin bewerben. Die Erlaubnis ist immer an Fortbildungsauflagen gekoppelt.
Der Beschäftigungsumfang ist aber an die Einhaltung von einrichtungsbezogenen Regelungen gebunden und natürlich entscheidet jede Kita eigenständig, ob und welche QuereinsteigerInnen eingestellt werden. Wenn dein Berufsabschluss nicht zu den bisher aufgenommenen Abschlüssen zählt, du aber der Auffassung bist, dass auch dein Berufsabschluss artverwandt sein könnte, dann gibt es die Möglichkeit einer individuellen Vorabprüfung. Du kannst bei der Kitaaufsicht fragen, ob und unter welchen Fortbildungsauflagen deine Anrechnung auf den Kitapersonalschlüssel möglich wäre. Du erhältst dann einen dementsprechenden Bescheid, der potentiellen Arbeitgebern dabei hilft, den Eingliederungsaufwand abzuschätzen.
Für diesen Antrag und eine Beratung dazu gibt es einen Ansprechpartner in der Kitaaufsicht: Hr. Mauersberger, Tel. 90227-5129, thomas.mauersberger@senbjw.berlin.de. Sprechzeiten für den Antrag (nur nach vorheriger Terminvereinbarung – Stand 12/2016 – immer in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Bernhard-Weiß-Str. 6, 10178 Berlin):

  • Montag von 10 bis 12 Uhr (für die Anerkennung als Fachkraft) Raum 5 C 24
  • Mittwoch von 10 bis 12 Uhr (Raum 5 C 24)
  • Mittwoch von 16 bis 18:30 Uhr im infopunkt – in Kooperation mit den Bildungsberatungsstellen
  • Freitag von 10 bis 12 Uhr (Raum 5 C 24)

Terminvereinbarung unter der Telefonnummer (030) 90227-6981, montags und dienstags von 10 bis 12 Uhr.